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Nanosafety-Konferenz 2017 in den Medien

Experten diskutieren, wie Nanopartikel auf lebende Organismen wirken und für Verbraucher sicherer werden

Sind Nanopartikel unbedenklich für den Menschen oder mitverantwortlich für Krankheiten wie zum Beispiel Alzheimer oder Asthma? Wie gelangen Nanopartikel überhaupt in lebende Organismen und in die Umwelt? Wie lassen sich Nanopartikel produzieren, die für Verbraucher sicher sind und gleichzeitig die gewünschten, industriellen Anforderungen erfüllen? Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen braucht es dafür? Diese Fragestellungen erörtern internationale Experten auf der diesjährigen Nanosafety in der Zeit vom 11. bis 13. Oktober in Saarbrücken.

Am 11. Oktober setzen sich die Wissenschaftler mit möglichen Umwelteffekten von Nanopartikeln auseinander. So wird ein Modell vorgestellt, mit dem sich abschätzen lässt, wie sich Nanopartikel oder Nanomaterialien auf die Umwelt auswirken. Darin berücksichtigen die Forscher unterschiedliche Faktoren, wie zum Beispiel den Lebenszyklus, Transport und die Veränderung von Nanomaterialien, wenn sie in die Umwelt gelangen. Außerdem diskutieren die Wissenschaftler das Prinzip des sogenannten Safe-by-Design: Mit ihm sollen schon durch die Art der Produktion die Risiken von Nanopartikeln minimiert werden. Dazu stellen die internationalen Experten Methoden vor, um unterschiedliche Nanopartikel nachweisen zu können und auf ihre Eigenschaften und Sicherheit zu überprüfen. „In vielen Produkten des Alltags, wie zum Beispiel als Schutzbeschichtungen auf Laptops, Brillen oder Personalausweisen, auf Touch-Screens, in Sonnencreme oder in medizinischen Produkten sind Nanopartikel enthalten. Wir streben den bestmöglichen Nutzen der Nanopartikel an. Deshalb ist das Safe-by-Design Prinzip so wichtig.“, erklärt Annette Kraegeloh, Koordinatorin des Leibniz-Forschungsverbundes Nanosicherheit.

Die Forscherinnen und Forscher setzen sich auch mit der Idee auseinander, wie man europaweit ein standardisiertes Verfahren nutzen kann, um die Auswirkungen von Nanopartikeln einzuschätzen.

Ob bestimmte Nanopartikel Nervengewebe schädigen können, also neurotoxisch wirken, ist ein Themenschwerpunkt am 12. Oktober. Dieser vielschichtigen Frage gehen die Wissenschaftler mit unterschiedlichen Forschungsansätzen nach: Sie nutzen verschiedene Modelle, die die Verhältnisse in lebenden Organismen nachahmen und in Zukunft Tierversuche ersetzen sollen. Die Experten aus dem Leibniz-Forschungsverbund Nanosicherheit, aus den USA, der Schweiz und Frankreich untersuchen beispielsweise, ob und über welche Mechanismen Nanopartikel aus Mangan oder in Dieselabgasen Organe schädigen können.
Ein weiterer großer Themenblock präsentiert verschiedene wissenschaftliche Methoden, mit denen Nanopartikel hergestellt und ihre Wechselwirkungen mit Zellen abgebildet werden können.

Die Konferenz schließt am 13. Oktober mit einer Vortragsreihe über Wirkungen und Wirkmechanismen verschiedener Nanopartikel. So wird beispielsweise diskutiert, wie Nanopartikel im Falle vorhandener Vorerkrankungen wirken.

von: Dr. Carola Jung, INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien

Auswahl von Online-Artikeln zur Konferenz:

10/2017


Universität des Saarlandes: Vorträge über Potenziale und Risiken der Nanotechnologie

Am 14. September 2017 informieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Saar-Uni, darunter Dr. Annette Kraegeloh, Koordinatorin des Forschungsverbunds Nanosicherheit, in einem öffentlichen, allgemein verständlichen Vortrag über die Chancen und Gefahren von Nanotechnologie. Näheres ist der Pressemitteilung der Universität zu entnehmen.

09/2017


Neue Programmbereichsleitung Asthma & Allergie am FZ Borstel

Seit 11. April 2017 ist Prof. Susanne Krauss-Etschmann Direktorin des Programmbereichs Asthma & Allergie. Ihr Vorgänger Prof. Heinz Fehrenbach konzentriert sich nun voll und ganz auf die Leitung seiner Gruppe Experimentelle Pneumologie.

05/2017


Auszeichnung für INMler auf dem Kongress „Nano meets Future“

Auf dem diesjährigen Kongress „Nano meets Future 2016“, der in Saarbrücken stattfand, haben Dr. Jana Fleddermann und Dr. Henrike Peuschel vom Leibniz-Institut für Neue Materialien (Arbeitsgruppe Nano Zell Interaktionen) den 2. Platz beim Posterwettbewerb belegt. Sie stellten das Kooperationsprojekt „MORPHEUS“ mit der Pharmacelsus gGmbH vor. In diesem ZIM-Projekt wollen die Forscher eine Plattform zur Sicherheitstestung von Nanopartikeln entwickeln.

Sphäroide aus HepG2 Zellen haben eine Größe von ca. 350 µm. B. Nach Inkubation mit fluoreszenzmarkierten SiO2 Nanopartikel (Ø 100 nm) wurden Kryoschnitte der Sphären angefertigt. Mikroskopische Aufnahmen zeigen, dass Nanopartikel nur am Rand der Sphäre, in den ersten Zellschichten, lokalisiert sind.

09/2016


Start der Allianz-Informationsinitiative „Tierversuche verstehen“tv-de_300x250_160815

„Tierversuche verstehen“ ist eine Initiative der deutschen Wissenschaft, koordiniert von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Sie informiert umfassend, aktuell und faktenbasiert über Tierversuche an öffentlich geförderten Forschungseinrichtungen. „Tierversuche verstehen“ fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit und trägt zu einer sachlichen Diskussion über Tierversuche bei.

Am 6. September um 12 Uhr werden die Website tierversuche-verstehen.de und die zugehörigen Twitter- und Youtube-Kanäle online gehen.

08/2016


Professor Fehrenbach im Interview mit dem NDR

Das Wissenschaftsmagazin logo des NDR hat ein Interview mit Professor Heinz Fehrenbach zur Wechselwirkung von Nanopartikeln mit menschlichen Zellen geführt. Die Aufzeichnung der Radiosendung finden Sie in der NDR-Mediathek.

08/2016


Morpheus – Eine Testplattform für die Sicherheit von Nanomaterialien

Sphere of liver cells

3D-Sphäre aus Leberzellen. Gelb zu erkennen sind die Kerne der einzelnen Zellen, in Cyan ist das Aktin-Zytoskelett dargestellt.

Im ZIM Projekt MORPHEUS (Morphologic Phenotyping for Establishment of Unique Safety Profiles) soll eine multiparametrische Testplattform zur frühzeitigen Gefährdungsanalyse von Nanopartikeln entwickelt werden. Diese Testplattform, basierend auf 3D-Lebermikrogewebe, kombiniert die Testung klassischer und funktioneller Toxizitätsmarker (z. B. Cytochrom P450 und Gallensäureprofil) nach Partikelbelastung mit morphologischen Markern, welche mittels hochauflösender STED-Mikroskopie ermittelt werden. Schwerpunkt ist zudem, den Einfluss von Nanopartikeln auf die Pharmakologie von Medikamenten genauer zu untersuchen. Das Projekt läuft im Rahmen des ZIM-Kooperationsnetzwerkes Nanopharm und wird von der Pharmacelsus GmbH und dem Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken gemeinsam für 3 Jahre bearbeitet.

11/2015


Umweltpartikel und Allergien

Naturstoff Ectoin reduziert den Einfluss von Umweltpartikeln auf die allergische Sensibilisierung

Luftgetragene Schadstoffe können zur Entstehung von allergischen Erkrankungen des Menschen beitragen. In einer aktuellen Arbeit zeigen Forscher des IUF – Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf, dass die durch Kohlenstoffpartikel ausgelöste Entzündungsreaktion der Lunge maßgeblich die allergische Sensibilisierung gegenüber einem Fremdeiweiß begünstigt. Der in verschiedenen Medizinprodukten enthaltene Naturstoff Ectoin ist in der Lage, den schädlichen Effekten der Umweltpartikel entgegenzuwirken.

Link zur vollständigen Pressemitteilung.

07/2015